Nussknacker-Syndrom
Beim Nussknacker-Syndrom (Nutcracker Syndrome, NCS) wird die linke Nierenvene eingeengt. Am häufigsten verläuft sie zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und der oberen Eingeweidearterie (Arteria mesenterica superior) und wird dort komprimiert.
Dadurch kann das Blut aus der linken Niere nicht mehr ungehindert abfließen. Der Druck in der linken Nierenvene steigt und das Blut sucht sich teilweise andere Wege zurück zum Herzen. Dabei können sich ausgeprägte venöse Umgehungskreisläufe entwickeln – beispielsweise über die Eierstockvene beziehungsweise beim Mann die Hodenvene sowie über weitere Venen im Bauchraum und Becken.
Der erhöhte Venendruck kann sowohl Beschwerden im Bereich der linken Niere als auch Symptome durch die daraus entstehende venöse Stauung verursachen. Bei Frauen kann das Nussknacker-Syndrom beispielsweise zur Entstehung oder Verstärkung eines Pelvic Congestion Syndromes beitragen.
Auch hier gilt: Eine anatomische Einengung der linken Nierenvene allein wird als Nussknacker-Phänomen bzw. Nutcracker Phenomenon bezeichnet. Erst wenn damit entsprechende Beschwerden verbunden sind, spricht man vom Nussknacker-Syndrom.
Mögliche Symptome
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Schmerzen in der linken Flanke oder im linken Oberbauch
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Bauch- und Beckenschmerzen
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Blut im Urin, sichtbar oder nur im Labor nachweisbar
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Eiweiß im Urin, insbesondere lageabhängig
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Schmerzen oder Druckgefühl beim längeren Stehen
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Verstärkung der Beschwerden bei körperlicher Belastung
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venöse Stauung im kleinen Becken
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erweiterte Becken- oder Eierstockvenen
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Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
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verstärkte Beschwerden während der Menstruation
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Krampfadern im Becken-, Genital- oder Oberschenkelbereich
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bei Männern eine Varikozele, häufiger links
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bei ausgeprägten venösen Umgehungskreisläufen weitere stauungsbedingte Beschwerden
Wichtiger Hinweis
Nicht jede anatomisch sichtbare Kompression ist automatisch ein behandlungsbedürftiges Syndrom. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Anatomie und Blutfluss, die Stärke der Beschwerden und Beeinträchtigung im Leben. Die Diagnostik und Beurteilung von Gefäßkompressionssyndromen ist komplex und erfordert entsprechende Erfahrung.
Da diese Krankheitsbilder noch vergleichsweise wenig bekannt sind, gibt es bislang nur wenige Ärztinnen und Ärzte, die sich intensiver mit Gefäßkompressionssyndromen beschäftigen und über entsprechende Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung verfügen. Eine Übersicht entsprechender Anlaufstellen findet ihr in unserer Ärzteliste in unserem Downloadbereich für Infomaterial.