May-Thurner-Syndrom

Das May-Thurner-Syndrom (MTS), auch Iliac Vein Compression Syndrome genannt, ist eine Gefäßkompression im Becken. Dabei wird typischerweise die linke gemeinsame Beckenvene (Vena iliaca communis sinistra) durch die darüber verlaufende rechte Beckenarterie gegen die Wirbelsäule gedrückt.

Durch diese Einengung kann das venöse Blut aus dem linken Bein und dem Becken nicht mehr ungehindert zum Herzen zurückfließen. Je nach Ausprägung können sich dadurch ein erhöhter Venendruck, Umgehungskreisläufe und venöse Stauungen entwickeln. Bei manchen Betroffenen erhöht sich außerdem das Risiko für eine tiefe Venenthrombose.

Wichtig ist: Eine anatomische Kompression der Beckenvene kommt auch bei beschwerdefreien Menschen vor. Von einem klinisch relevanten May-Thurner-Syndrom spricht man deshalb insbesondere dann, wenn die Kompression mit entsprechenden Beschwerden oder hämodynamischen Veränderungen verbunden ist.

Mögliche Symptome:

  • Schmerzen, Druck- oder Schweregefühl im Becken und/oder linken Bein

  • Schwellung eines Beines, häufig links

  • Spannungs- oder Schweregefühl im Bein

  • Beschwerden bei längerem Sitzen oder Stehen

  • sichtbare oder verstärkt hervortretende Venen

  • Krampfadern, insbesondere auch im Becken- oder Genitalbereich

  • venöse Stauungsbeschwerden im Becken

  • Schmerzen beim Gehen oder bei körperlicher Belastung

  • tiefe Venenthrombosen, insbesondere im linken Bein

  • bei Beteiligung des Beckenvenensystems auch Unterbauch- oder Beckenschmerzen

Wichtiger Hinweis: 

Nicht jede anatomisch sichtbare Kompression ist automatisch ein behandlungsbedürftiges Syndrom. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Anatomie und Blutfluss, die Stärke der Beschwerden und Beeinträchtigung im Leben. Die Diagnostik und Beurteilung von Gefäßkompressionssyndromen ist komplex und erfordert entsprechende Erfahrung.

Da diese Krankheitsbilder noch vergleichsweise wenig bekannt sind, gibt es bislang nur wenige Ärztinnen und Ärzte, die sich intensiver mit Gefäßkompressionssyndromen beschäftigen und über entsprechende Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung verfügen. Eine Übersicht entsprechender Anlaufstellen findet ihr in unserer Ärzteliste in unserem Downloadbereich für Infomaterial.