Mögliche Folgen und Begleiterkrankungen

Pelvic Congestion Syndrome

Das Pelvic Congestion Syndrome (PCS), auch als Beckenvenensyndrom bezeichnet, entsteht durch eine Störung des venösen Blutabflusses im kleinen Becken. Dabei kommt es zu einem erhöhten Druck in den Beckenvenen, wodurch sich Venen erweitern und venöse Umgehungskreisläufe (Kollateralen) ausbilden.

Eine mögliche Ursache sind Gefäßkompressionssyndrome wie das May-Thurner-Syndrom oder das Nussknacker-Syndrom. Wird der Abfluss über die linke Beckenvene oder die linke Nierenvene behindert, muss das Blut auf andere venöse Wege ausweichen. Dadurch können unter anderem die Ovarialvenen, Uterusvenen sowie weitere Venen erweitert und überlastet werden. Auch insuffiziente Venenklappen bzw. ein venöser Reflux können an der Entstehung eines PCS beteiligt sein.

Der erhöhte Venendruck und die erweiterten Gefäße können zu chronischen Schmerzen und einem ausgeprägten Druck- oder Schweregefühl im Becken führen. Die Beschwerden sind häufig von der Körperposition und Belastung abhängig und können beispielsweise bei längerem Stehen oder Sitzen sowie im Tagesverlauf zunehmen.

 

Mögliche Symptome:

  • chronische Unterbauch- und Beckenschmerzen

  • Druck-, Schwere- oder Stauungsgefühl im Becken

  • Zunahme der Beschwerden bei längerem Stehen oder Sitzen

  • Verschlechterung der Beschwerden im Tagesverlauf

  • Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr

  • verstärkte Beschwerden vor oder während der Menstruation

  • Schmerzen im Bereich von Vulva, Vagina oder Damm

  • Rücken-, Kreuzbein- oder Gesäßschmerzen

  • sichtbare Krampfadern im Genital-, Gesäß- oder Oberschenkelbereich

  • Blasenbeschwerden wie Harndrang oder Druckgefühl

  • Enddarmbeschwerden oder Druckgefühl im Rektumbereich

Pudendusneuropathie

Der Nervus pudendus ist ein wichtiger Nerv des Beckens. Er versorgt große Teile des Genital- und Dammbereichs und ist an verschiedenen motorischen und vegetativen Funktionen im Becken beteiligt.

Wird der Nerv gereizt, geschädigt oder in seinem Verlauf eingeengt, können starke Schmerzen und Missempfindungen im Versorgungsgebiet entstehen. Je nach zugrunde liegender Veränderung werden unter anderem die Begriffe Pudendusneuralgie, Pudendusneuropathie oder Pudenduskompressionssyndrom verwendet.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise mechanische Kompressionen des Nervs, Operationen oder Verletzungen im Beckenbereich, muskuläre und bindegewebige Veränderungen oder eine Überlastung des Beckenbodens. Auch venöse Stauungen und erweiterte Gefäße im kleinen Becken werden als mögliche Faktoren diskutiert. Damit spielen Gefäßkompressionssyndrome und ein daraus entstehendes Pelvic Congestion Syndrome bei den Betroffenen eine große Rolle.

Aufgrund der vielfältigen Beschwerden wird eine Pudendusneuropathie häufig zunächst anderen Erkrankungen zugeordnet. Zu den möglichen Differentialdiagnosen gehören unter anderem Blasenentzündungen, Vulvodynie, Reizblase, Endometriose, Erkrankungen des Beckenbodens sowie andere Ursachen chronischer Beckenschmerzen.

Mögliche Symptome:

  • brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen im Genital- und Dammbereich

  • Schmerzen oder Druckgefühl an Vulva, Vagina, Penis, Hodensack oder After

  • Fremdkörpergefühl im Damm-, Vaginal- oder Rektalbereich

  • Verschlechterung der Schmerzen beim Sitzen

  • Missempfindungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle

  • Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr

  • Schmerzen bei Berührung oder beim Tragen enger Kleidung

  • Schmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen

  • häufiger oder starker Harndrang

  • Beschwerden beim Stuhlgang oder Druckgefühl im Enddarm

  • sexuelle Funktionsstörungen

  • Beschwerden, die einer Blasenentzündung ähneln können, obwohl keine bakterielle Infektion nachweisbar ist