Wilkie-Syndrom

Das Wilkie-Syndrom, auch Superior Mesenteric Artery Syndrome (SMAS) genannt, ist im Gegensatz zu den klassischen Gefäßkompressionen vor allem eine Kompression des Verdauungstraktes.

Dabei wird der Zwölffingerdarm (Duodenum) zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und der darüber verlaufenden oberen Eingeweidearterie (Arteria mesenterica superior) eingeengt.

Normalerweise sorgt unter anderem ein Fettpolster dafür, dass zwischen diesen Gefäßen ausreichend Platz für den Zwölffingerdarm vorhanden ist. Ist der Winkel zwischen Aorta und Arteria mesenterica superior stark verkleinert, kann der Darm zusammengedrückt und die Nahrungspassage behindert werden.

Dadurch kann es zu einem teilweisen oder – in schweren Fällen – nahezu vollständigen Verschluss des Zwölffingerdarms kommen. Ein deutlicher Gewichtsverlust kann ein SMAS begünstigen, gleichzeitig kann die Erkrankung selbst durch Schmerzen und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme zu weiterem Gewichtsverlust führen.

Mögliche Symptome

  • Schmerzen im Oberbauch

  • Schmerzen oder starkes Unwohlsein nach dem Essen

  • ausgeprägtes Völlegefühl bereits nach kleinen Mahlzeiten

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Aufstoßen oder Reflux

  • Blähbauch

  • Druckgefühl im Oberbauch

  • Schwierigkeiten, ausreichend Nahrung aufzunehmen

  • ungewollter Gewichtsverlust

  • Verschlechterung nach größeren Mahlzeiten

  • teilweise deutliche Abhängigkeit der Beschwerden von der Körperposition

  • bei ausgeprägter Kompression Zeichen einer Magen- oder Zwölffingerdarmstauung

Wichtiger Hinweis

Nicht jede anatomisch sichtbare Kompression ist automatisch ein behandlungsbedürftiges Syndrom. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Anatomie und Blutfluss, die Stärke der Beschwerden und Beeinträchtigung im Leben. Die Diagnostik und Beurteilung von Gefäßkompressionssyndromen ist komplex und erfordert entsprechende Erfahrung.

Da diese Krankheitsbilder noch vergleichsweise wenig bekannt sind, gibt es bislang nur wenige Ärztinnen und Ärzte, die sich intensiver mit Gefäßkompressionssyndromen beschäftigen und über entsprechende Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung verfügen. Eine Übersicht entsprechender Anlaufstellen findet ihr in unserer Ärzteliste in unserem Downloadbereich für Infomaterial.